Königsfischen 2026 – Viele Fische, kein König!

Königsfischen 2026 – Viele Fische, kein König!

Am Samstag, den 5. September 2026 – nach 11 Jahren Pause – war es endlich wieder so weit: Der Fischerverein Mittergars lud zum Königsfischen an die beiden Jettenbacher Weiher. Das Ziel war eigentlich ganz einfach: Fisch fangen – Fisch wiegen – König werden. So zumindest der Plan.
Der erste Gegner: der Wecker. Wer Fischerkönig werden will, muss leiden. Punkt 5:00 Uhr morgens, bei noch stockdunkler Nacht, trafen sich acht hochmotivierte Fischerinnen und Fischer am Sportplatz in Jettenbach: Andrea D., Juliane L., Stefan B., Thomas B., Richi D., Berni F., Hans B. und Christof P.

Vor dem Start musste natürlich noch eine wichtige Frage geklärt werden: Wie viele Fische darf eigentlich jeder fangen? Denn die Frage, wie viele Fische jeder mitnehmen darf, setzt eine entscheidende Sache voraus: Man müsste erst einmal einen haben. Aber das wussten wir um fünf Uhr morgens noch nicht. Also verteilten sich die hochmotivierten Angler auf Eisweiher und Dorfweiher – und das Drama nahm seinen Lauf.
Irgendwann kam tatsächlich Bewegung ins Spiel. Berni F. hatte einen Zander! Endlich! Die Spannung stieg. Der Fisch wurde gefangen, bestaunt und vermessen. 48 Zentimeter! Mindestmaß: 50 Zentimeter. Zwei Zentimeter fehlten zum Ruhm. Der Zander wurde deshalb wieder zurück ins Freiheit entlassen. Und dann kam der Regen.
Auch bei Juliane L. tat sich etwas. Ein Hecht! Jetzt aber! Der Fisch wurde gemessen: 58 Zentimeter.Erlaubt waren: 60 Zentimeter. Schon wieder zwei Zentimeter zu wenig. Auch dieser Kandidat wurde wegen mangelnder Körpergröße von der Teilnahme an der Siegerehrung ausgeschlossen und zurück in die Freiheit entlassen. Spätestens jetzt entstand der Verdacht, dass die Fische in Jettenbach unsere Mindestmaße kennen.
Dann kam Andrea D. an die Reihe. Wieder ein Hecht! Und diesmal wurde es richtig knapp: 59,5 Zentimeter! Es fehlten unglaubliche 5 Millimeter.
Der Hecht war mit der Entscheidung überhaupt nicht einverstanden. Andrea´s Mittelfinger wurde blutig gebissen…

Damit stand endgültig fest: Den kräftigsten Biss des ganzen Königsfischens hatte
nicht der Fisch – sondern Andrea.

Dann schlug die große Stunde von Hans B. Ein richtig schöner Karpfen, geschätzt etwa 70 Zentimeter, hing an seiner Angel. Mit einer letzten spektakulären Befreiungsbewegung verabschiedete er sich jedoch kurz vor dem Ufer vom Haken und verschwand im Weiher. Weg war er. Damit dürfte Hans einen neuen Vereinsrekord aufgestellt haben:

Fischerkönig für ungefähr drei Sekunden – ohne Fisch und ohne Krone.

Gegen Ende des Königsfischens, plötzlich Aufregung: Thomas B. hatte etwas am Haken!
Er brachte seinen Fang erfolgreich an Land! Es war … ein Handschuh.
Nach rund fünf Stunden mit Regen, Hoffnung, Enttäuschung, drei zu kleinen Raubfischen, einem flüchtigen Karpfen, einem blutigen Mittelfinger, drei konsequent ignorierten Anglern und einem Handschuh ging es zurück zur Fischerhütte. Jetzt sollte der große Moment kommen: Wiegen und Siegerehrung! Die Waage stand bereit. Die Verpflegung stand bereit. Die Königswürde stand bereit.
Nur einer fehlte: der Fisch. Damit gelang dem Fischerverein Mittergars beim Königsfischen 2026 ein durchaus bemerkenswertes Kunststück: Wir hatten acht Angler, fünf Stunden Zeit, zwei Weiher, jede Menge Köder und eine funktionierende Waage – aber keinen einzigen Fisch, den wir auf diese Waage legen konnten. Somit gab es an diesem Tag weder einen Fischerkönig noch eine Fischerkönigin. Die Königskrone wurde
wieder eingepackt.

Christof Palmer